Tee mit einer Geisha

Tomitsuyu trägt einen lilafarbenen Kimono mit weißer Blumenstickerei. Ein breiter Stoffgürtel, genannt Obi, verbirgt ihre Brust und ihren Bauch. Gesicht und Hals sind weiß geschminkt, sodass ihre weichen, kindlichen Züge maskenhaft starr wirken. Weder die rot schattierten Augen noch der knallrot bemalte Mund verraten Emotionen, und doch erinnern sie an das traurige Lächeln eines Clowns. Als die 17-jährige Japanerin den minimalistischen, holzgetäfelten Raum des Teehauses betritt, sieht sie aus wie eine zerbrechliche Porzellanpuppe. Ihr tiefschwarzes Haar ist mit gelben Papierblumen zu einem Knoten hochgesteckt. An ihrer rechten Schläfe prangt ein Kanzashi mit dünnen Metallstäbchen, die bei jeder Bewegung leise klirren. Dieser traditionelle Haarschmuck verrät, dass sie eine Maiko ist, wie Geisha-Schülerinnen in Kyoto genannt werden.

Die ganze Reisestory gibts in der aktuellen CHIEMGAUERIN.

 

Fotos: Pia Hoffmann